Bei frischem Obst und Gemüse mag man wohl noch sorgfältiger darauf achten, ob sie in spanischen Gewächshäusern genmanipuliert wurden oder ob sie doch noch vom regionalen Bauern stammen und nicht schadstoffbelastet sind. Bei Kleidung und Schuhen sind wir da oft nachlässiger und nehmen öfter einmal das, was uns gefällt und günstig ist.
Ein ständiges Auf und Ab
Der Hauptverband der deutschen Schuhindustrie stellt jährlich Statistiken über die brancheninternen Umsatzzahlen sowie die Beschäftigungszahlen vor. Rückblickend auf die letzten dreißig Jahre ergibt sich dabei eine ständige Berg- und Talfahrt. Beispielsweise lag der Umsatz der deutschen Schuhindustrie im Jahr 1977 bei 2,2 Milliarden Euro, stieg im Jahr 1997 auf 3,3 Milliarden an, um 2007 wieder auf 2,8 Milliarden Euro abzufallen. Eine generalisierende Angabe ist also nicht möglich und die Schwankungen sind auch nur zum Teil erklär- und nachvollziehbar. Auch die Produktion von deutschen Schuhen stieg immer mal wieder an und fiel dann wieder ab. 2007 aber wurden im Gegensatz zu viel höheren Zahlen aus den Vorjahren nur noch knapp 30 Millionen paar Schuhe in Deutschland gefertigt; damit ging auch die Zahl der Beschäftigten um 77,2 Prozent zurück. Unser größter Konkurrent und Export-Gegner ist China. Die asiatische Überschwemmung des Marktes mit billiger Massenware zerstört eine gesunde deutsche Schuhindustrie, ist wohl aber nicht mehr aufzuhalten.
Optimismus in der Nachkrisenzeit
Auch wenn die letzten Jahrzehnte sehr unstabil waren, ist seit Ende der Wirtschafts- und Finanzkrise doch ein deutlicher Optimismus und Aufschwung zu verspüren. Der Verband der deutschen Schuhindustrie vermeldet für 2010 ein Umsatzplus von 3,6 %, auch wenn damit das Vorkrisenniveau noch nicht erreicht wäre, dies aber dennoch als positives Zeichen zu werten wäre. Auch die Zahl der Beschäftigten stiegt wieder um 2% an.
Im Vergleich zum letzten Jahr wurden in Deutschland wieder 13% mehr Schuhe gefertigt, darunter sei vor allem die Produktion von Sandalen, Herrenschuhen und Sportschuhen mit Lederoberteil stark angestiegen.
China bleibt unschlagbar
Doch selbst wenn Deutschland wieder mehr Schuhe produziert, schläft auch die Konkurrenz nicht. Der Import aus China sei im ersten Halbjahr um 5,6% angestiegen und damit stammen nur noch 17% der Schuhe aus europäischer Produktion. China ist nach wie vor der stärkste Markt in der Schuhindustrie mit 56,1%.